Chapter closed…
January 8th, 2012OOOH MEIN GOTT,
Meine letzte Nacht in Dublin steht jetzt an… Ich schwanke momentan zwischen heulen, weil ich weggehe – mein Irland, meine Kiddies und meine Sinah alleine lasse – und freuen, weil ich euch endlich wieder sehen kann (länger als eine Woche), mich aufs Unileben vorbereiten kann und Hotel Mama genießen kann (
). Aber genug vom Geheule, dazu komm ich später nochmal. Nun erzähle ich erstmal, was seit meinem letzten Blogeintrag alles so passiert ist:
Hier in Dublin gab es bis heute einen großen deutschen Weihnachtsmarkt, auf dem ich bei meinem ersten Besuch auch gleich ein Jobangebot bekommen hab
Dort war nämlich ein Glühweinstand aus Deutschland aufgebaut und dessen Besitzer ( aus Papenburg) konnten clevererweise kein Wort Englisch sprechen. So mussten Astrid und ich 10 stunden lang sowohl Dolmetscher spielen und unter Anderem mit dem irischen Gesundheitsamt diskutieren als auch an der Theke arbeiten. Für nen Stundenlohn von 10 Euro macht man das aber gerne
Vor allem wenn man sich die ganze Zeit Glühwein umsonst abfüllen kann xD
2 Tage später gings dann mit Sinah und Eva auf ein Konzert von der – in Irland sehr bekannten – Band The Coronas, dessen Leadsänger zuufälligerweise mein Nachbar in Harold´s Cross war und uuuunglaublich gut aussieht
Das Konzert war der Hammer und als wir erfahren haben, dass die gleiche Band an Silvester auch auf einem riesigen Festival mitten in der Innenstadt spielt, war unser Silvesterprogramm gleich beschlossene Sache. Dazu aber gleich mehr
Die letzten 2 Wochen vor Weihnachten gingen dann eher ruhig und melancholisch zu. Melancholig vor allem, weil mir bewusst wurde, dass ich Annabelle und Andrew nur noch 2 Wocvhen lang sehen konnte und obwohl Annabelle beizeiten der bösen Hexe von Oz glich, so hab ich sie doch total liebgewonnen. Ein Highlight in den 2 Wochen war dann aber nochmal Annabelles 3. Geburtstag. Astrid und ich durften an dem Tag Belustigung für 10 Kleinkinder machen, was wiiirklich kein Zuckerschlecken war, vor Allem, da Annabelle total mit der Situation überfordert war und die ganze Zeit rumgeheult hat
Naja, der Kuchen war zumindest lecker
Dann ging los Richtung Heimat. Die bösen Befürchtungen, dass es wieder so ein schlimmer Winter in Irland mit ausfallenden Flügen wird, hatten sich nicht bestätigt und so konnten Sinah und ich Richtung Ostfriesland aufbrechen. Es war eine wundervolle Woche mit euch und es war einfach sooo toll wieder im Deckers zu sein
Am 30. gings dann wieder mit Sinah und Arne im Gepäck zurück in die Heimat Nr. 2 Dublin, voller Vorfreude auf unser Ultra-Silvester
Nach dem obligatorischen “Dinner vor One” auf Youtube mit Sinah, Eva, Eva´s Freund Fabian, Arne, Sandra und Sinah gings in Richtung Innenstadt, wo wir einfach das geilste Silvester ever gefeiert haben, mit 5 verschiedenen Bands ( unter Anderem Riverdance ) und meiner irischen Lieblingsnachbarin Astrid, die wir dort auch noch trafen
Die letzte Woche war dann vor Allem durch auf dem Sofa liegen und Fernsehen geprägt, da wir leicht angeschlagen waren nach dem ganzen 2012 Stress
Und am Freitag, nachdem Arne am Mittwoch mit 15kg meiner Klamotten wieder nach Hamburg geflogen ist, gings dann für Sinah und mich auf unseren letzten Wochenendtrip nach Belfast.
Belfast ist auf gut deutsch eine pottenhässliche Stadt, aber die kulturellen Aspekte dort waren einfach unschlagbar. Ein Highlight war die Black Taxi Tour, die wir gemacht haben. Dabei wird man von einem einheimischen Taxi abgeholt und durch die eher schattigen Ecken Belfasts gefahren. Nebenbei wird einem sehr viel über die Troubles erzählt und man hält an wichtigen Punkten, wie zum Beispiel der Peace Wall, die die protestantische Seite Belfasts von der Katholischen abtrennt. Teilweise wars echt gruselig. Vor allem als wir auf der protestantischen Seite waren und unser Taxifahrer (ein Bär von einem Mann und katholisch) nervös wurde, fühlten wir uns auch nicht mehr so sicher. Aber wir habens übertsanden – trotz Bombenwarnung – und sind heute Abend wieder sicher in Dublin angekommen.
Achtung, jetzt kommt der sentimentale Teil ^^ :
Ich hatte gehofft mich davor drücken zu können, aber es geht nicht. Ich bin momentan einfach nur sehr traurig, weil ich Irland, Dublin, Sinah, meine Gastfamilie kurzum einfach alles vermissen werde. Auch wenn mein Aufenthalt hier überhaupt nicht so verlaufen ist, wie ich es mir im Vorfeld vorgestellt habe ( man erinnere sich an meine erste Gastfamilie
), hat die Zeit mir unglaublich viel gebracht in Sachen selbstständiger werden, offener sein, … Sprachlich war es sicher nicht schlecht, mal einige Zeit im Ausland gelebt zu haben aber vor allem fand ich es sehr interessant einmal andere Familien, Gewohnheiten etc kennenzulernen.
Alles in Allem war meine Zeit in Irland anders als erwartet aber im positiven Sinne. Ich habe wunderbare Freunde gefunden und eine liebe 2. Familie. Ich hatte Hochpunkte und Tiefpunkte aber im Endeffekt möchte keine dieser Erfahrungen missen.
Ich möchte mich in aller Form für diesen langen Blogeintrag entschuldigen, aber es gab einfach so viel zu erzählen
In dem Sinne,
Slán Éire und Hallo Deutschland